Gesprächsabend über „sinnerfülltes Leben“

Pamela1
Am Montag, 11. März 2019 hatte die Selbsthilfegruppe Steyr einen besonderen Gast in ihrer Mitte. Die Psychotherapeutin Mag.(FH) Pamela Forster aus Garsten sprach zu uns und mit uns über das Thema „Sinnerfülltes Leben“. Zuvor stellte sie sich der Gruppe kurz vor und schilderte, dass sie im Alter von zweieinhalb Jahren Opfer eines schweren Autounfalls wurde und seitdem auf den Rollstuhl angewiesen ist. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin nach der Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor Frankl.

Viktor Frankl: Sinnfindung durch Werte
Der Wiener Facharzt für Psychiatrie war im Zweiten Weltkrieg im Konzentrationslager, das er als einziger seiner ganzen Familie überlebte. Er bekam eine tiefe Depression. Einen neuen Sinn in seinem Leben fand er dadurch, anderen Menschen zu helfen durch die von ihm entwickelte Logotherapie. Er heiratete wieder und machte im Alter sogar noch den Pilotenschein.

Es geht immer wieder weiter, das Leben steht nicht still. Es ist wichtig im Leben einen Sinn zu finden, sonst wird man krank. Es ist ein Geist in uns vorhanden, der uns ausmacht, manchmal ist er nur verschüttet, und man muss suchen. Viktor Frankl empfiehlt drei Wege:
  • Schöpferische Werte: künstlerische Tätigkeiten, auch Arbeit kann Freude machen, der Garten, der Glaube, das Urvertrauen.
  • Erlebniswerte: den Moment wahrnehmen und erleben - aktiv oder passiv, bewusst die Sonne spüren, spazieren gehen … Dann kommt auch die Dankbarkeit für das Leben in uns hoch.
  • Einstellungswerte: Wie verhalten wir uns? Sehen wir uns als Opfer? Oder bin ich mehr als meine Krankheit? Humor ist, wenn ich trotzdem lache. Frankl verwendete den Begriff der „Trotzmacht des Geistes“.
Den eigenen Weg finden
Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg, einen Sinn in seinem Leben zu finden. Es gibt viele Geschenke, Hilfen, Lichter auf unserem Lebensweg, man muss sie nur sehen und beachten. Wir tragen Verantwortung für uns selber und für unsere Mitmenschen. Es ist besser mehrere Dinge in seinem Leben zu haben, die uns Sinn geben, damit wir, wenn eines wegbricht, nicht untergehen.

Am Ende dieses interessanten Gesprächsabends überreichte pro homine Obmann Ewald Kreuzer unserem sympathischen Gast Pamela Forster einen kleinen Blumenstock als „Dankeschön“ für ihr Kommen und die wertvollen Impulse für ein sinnerfülltes Leben.

Bericht: Ilse Ahammer (Fotos), Ewald Kreuzer

Besuch im Krippenmuseum Großraming

flexible
Am 4. Jänner 2019, gleich zu Jahresbeginn, besuchte eine kleine, aber feine Gruppe aus Steyr unser langjähriges pro homine Mitglied Rosina Gruber im Ennstal. Durch die tiefverschneite Winterlandschaft ging es der Enns entlang nach Großraming, wo uns in ihrem Haus eine tolle Krippenausstellung erwartete.

400 Krippen in drei Räumen
An die 400 Kastenkrippen, alles Unikate, hat Rosi im Lauf der Jahre mit sehr viel Liebe selbst angefertigt. Die erste im Jahr 1983. Zu jeder dieser Krippen gibt es eine Geschichte und viele Besonderheiten. Einige sind in einem Kürbis, andere in einem Nähkästchen, in einer Schachtel oder anderen Behältnissen direkt hineingebaut. Da gibt es Krippen, die das Elternhaus von Rosina zeigen, die Stadt Steyr oder andere Orte und auch Menschen, die für die Künstlerin wichtig sind. Die verschiedensten christlichen Szenen werden dargestellt, wie etwa auch in einigen Fastenkrippen. Aber all diese Schätze sind nicht zu kaufen, für Rosina steckt zu viel Herzensblut in jeder einzelnen ihrer Krippen, die wie Kinder für sie sind.

Rosi Gruber - eine bewundernswerte Frau
Im Stiegenhaus ihres Hauses sehen wir noch viele Bilder, die ebenfalls Rosina gemalt hat. Auch diese Aquarelle beeindrucken uns sehr. Zum Abschluss lädt uns diese bewundernswerte Frau noch zu Kaffee und Keksen in ihre sehr gemütliche Stube, wo fast alles aus Holz ist. Ein Kachelofen verströmt angenehme Wärme … Bei angeregten Gesprächen wird es spät, bis wir wieder zur Heimfahrt nach Steyr aufbrechen.

Bericht und Fotos: Ilse Ahammer

TeleportSocial

LKH Steyr: Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

lkhsteyr
Am 19. November 2018 wurde dem Steyrer Landeskrankenhaus vom OÖ. Dachverband der Selbsthilfegruppen das Gütesiegel "Selbsthilfefreundliches LKH Steyr" verliehen. Zu dieser Feier war auch unsere pro homine Selbsthilfegruppe Steyr für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige eingeladen, da wir ebenfalls mit dem Krankenhaus kooperieren. Mit Obmann Mag. Ewald Kreuzer, MMag. Renate Burgholzer, Birgit Kastner MBA und Peer-Beraterin Ilse Ahammer war das komplette Leitungsteam der SHG Steyr vertreten.

Eigene Selbsthilfe-Kontaktstelle
Voraussetzung für den Erhalt des Gütesiegels waren verschiedene Kriterien, so zum Beispiel die Einrichtung einer eigenen Selbsthilfekontaktstelle im Spital, unter Leitung der Selbsthilfebeauftragten Gabriela Simmer, BA MA. Diese ist Informationsdrehscheibe und Schnittstelle zwischen Patienten, Selbsthilfegruppen und Krankenhaus. Es wurde auch eine eigene Rubrik über Selbsthilfe auf der Homepage des LKH Steyr eingerichtet: https://www.gespag.at/sr/patienten/selbsthilfe.html

Vernetzung mit anderen Selbsthilfegruppen
In einer Talkrunde wurden die unterschiedlichen Rollen im Bereich der Selbsthilfe beleuchtet. 80 Selbsthilfegruppen stehen bereits in Kontakt mit dem Steyrer Krankenhaus. Im Anschluss an die Vorträge und die feierliche Übergabe der Plakette an die Leitung des LKH Steyr hatten wir die Möglichkeit, bei "Selbsthilfe-Inseln" die jeweiligen Ansprechpartner von anderen Selbsthilfegruppen kennen zu lernen und uns auszutauschen. Unser Team nützte diese Chance des „Networking“ recht gut, wie aus den Fotos ersichtlich ist.

Bericht: Ilse Ahammer (Fotos), Ewald Kreuzer

TeleportSocial