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Welttag der psychischen Gesundheit: Vortrag im Dominikanerhaus Steyr

Renate Burgstaller berichtet über die SHG Steyr

"Von Depressionen geheilt“
lautete das Thema eines Powerpoint-Vortrages am 14. Oktober 2019, den pro homine Obmann Mag. Ewald Kreuzer anlässlich des Internationalen Tages der psychischen Gesundheit im Festsaal des Dominikanerhauses Steyr hielt. Über 30 Personen nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Werden psychisch Kranke vergessen?
Einleitend nahm der Referent auf einen Artikel in der „Presse“ Bezug, der am 10. Oktober 2019 (Weltgesundheitstag) mit der Schlagzeile erschien: „Vergessen wir die psychisch Kranken?“ Darin wird der eklatante Mangel in Österreich an Fachärzten für Psychiatrie und an Psychotherapeuten beklagt, der oft zu langen Wartezeiten führt. Dies kann aus einer akuten psychischen Krise zu einer chronischen Erkrankung führen. Jeder fünfte Mensch ist innerhalb eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen, fünf Prozent der Bevölkerung sind sogar schwer psychisch krank, den größten Anteil davon machen Angststörungen und Depressionen aus. Auch die Suizidrate ist mit 1224 Personen im Jahr 2017 in Österreich hoch (OÖ: 207) und übertrifft die Anzahl der Verkehrstoten.

Der Weg aus der „dunklen Nacht“
Wie der Weg vieler betroffener Menschen aus der „dunklen Nacht“ zurück zu neuer Lebensfreude gelingt, erläuterte Mag. Ewald Kreuzer anhand des „Drei-Säulen-Modells“, mit dem Depressionen heute wirksam behandelt und geheilt werden können. Neben Medikamenten, die besonders in der Akut-Phase notwendig sind, können Betroffene verschiedene Angebote aus dem Bereich der Psychotherapie nützen, die für sie hilfreich sind wie z.B. Schreib-, Musik-, Mal-, Ergo-, Gesprächs- oder Reittherapie. Ein wichtiges Augenmerk sollte beim Genesungsprozess unter dem Aspekt „Was tut mir gut?“ auch auf den persönlichen Lebensstil gerichtet werden, auf die familiären Beziehungen, auf das soziale Umfeld und auf den beruflichen Bereich. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe wirkt sich nach wissenschaftlichen Studien ebenfalls sehr positiv auf den Heilungsprozess aus. 

Infos über Selbsthilfegruppe und Büchertisch
Nach dem Vortrag und mehreren Anfragen aus dem Publikum informierte pro homine Vorstandsmitglied MMag. Renate Burgholzer über die Steyrer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige, die sich jeden zweiten Montag im Monat im Dominikanerhaus trifft. Das pro homine SHG-Team Steyr bot auch einen Info-Tisch mit Fachliteratur und Folders zum Thema „Depression“ an, der von Claudia Anzinger und Renate Burgholzer betreut wurde.

Christian Pramhas sorgte in bewährter Weise mit Getränken und kleinen Snacks für die Bewirtung der nach dem Vortrag noch zum „Small Talk“ gebliebenen Zuhörer im Foyer. Unter ihnen befand sich auch Mag. Christoph Slupetzky, dem beim österreichischen Zweig des internationalen Pharma-Unternehmens Janssen für Patientenanliegen und Patientenorganisationen zuständigen Referenten, der eigens von Wien zum Vortrag angereist war und sich angeregt mit pro homine Obmann Ewald Kreuzer über die Behandlung von Depressionen austauschte.

Fotos
: Claudia Anzinger, Bericht: Ewald Kreuzer

„Tag der Begegnung“ in Linz

Beim Infostand auf der Landstraße in Linz

Am Freitag, 4. Oktober 2019, fand in der Landeshauptstadt Linz unter dem Ehrenschutz von Bürgermeister Karl Luger der diesjährige „Tag der Begegnung“ statt. Er diente dazu, soziale Ausgrenzung und Vorurteile durch direkte, persönliche Begegnungen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen abzubauen.

Zahlreiche Organisationen wirkten mit – auch der Verein pro homine

14 Organisationen aus ganz Oberösterreich hatten von 10 bis 15 Uhr auf der Linzer Landstraße zwischen Taubenmarkt und Mozartkreuzung ihre Info-Stände aufgebaut, darunter Caritas für Menschen mit Behinderung, Gehörlosenverband OÖ, Blinden- und Sehbehindertenverband OÖ, Verein Chronisch Krank, Pro mente OÖ, Miteinander GmbH, Exit sozial, Diakoniewerk OÖ, IVMB, Wir für alle, Empowerment-Center des Kompetenznetzwerkes KI-I, Pro qualis des Kompetenznetzwerkes KI-I, Gut verstanden GmbH und der Verein pro homine.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom blinden Liedermacher Walter Stöger sowie der integrativen Band „musica invita“. Durch verschiedenste Aktionen und auf kreative Weise traten behinderte und nichtbehinderte Menschen in direkten Kontakt miteinander.

Begegnungen beim pro homine Stand

Pro homine Vertreterin Gertraud Leitner-Fischlauer hatte sich, unterstützt durch Josef Reisinger, für den Tag der Begegnung etwas Originelles einfallen lassen. Sie postierte neben dem pro homine Roll-Up mehrere Klappsessel, die vorbeikommende Passanten zum Verweilen und Gespräch einluden. Auch die Linzer Vizebürgermeistern Karin Hörzing stattete dem pro homine Info-Stand zusammen mit dem Initiator Wolfgang Glaser einen Besuch ab.

Gertraud Leitner-Fischlauer schildert ihre Eindrücke von diesem Tag: „Um ca. 9.00 Uhr begannen die meisten, ihre Stände aufzubauen. Es war strahlender Sonnenschein und sehr, sehr kalt. Die Menschen strömten an den verschiedenen Ständen vorbei. Viele riskierten kurze, neugierige Blicke, etliche waren in Eile, blieben aber kurz stehen (ohne angesprochen zu werden), um sich ein Prospekt zu nehmen. Das Thema Depression dürfte sogar jene ansprechen, die in Eile sind! Es gab auch einige ausführlichere Gespräche mit Menschen, die Rat suchten. Alles in allem war es ein kurzweiliger Tag mit berührenden Begegnungen. Und besonders nett fand ich auch ein Gespräch mit einem Passanten, der sich einfach nur bedanken wollte dafür, dass es Menschen gibt, die diese Arbeit tun.“

Bericht: Ewald Kreuzer, Fotos: Wolfgang Glaser

OÖ Vereinspreis 2019 geht an pro homine

Preisverleihung "Vereinspreis 2019"

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde dem Verein pro homine eine besondere Auszeichnung zuteil. Nach der Verleihung des Solidaritätspreises der Kirchenzeitung Linz im Mai an Obmann Mag. Ewald Kreuzer überreichte ihm am 23. September 2019 Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer in einer Feier im Linzer Bildungshaus St. Magdalena auch den OÖ Vereinspreis 2019. „Wir sehen uns jetzt öfter“, meinte schmunzelnd pro homine Obmann Kreuzer bei der Preisverleihung zum Landeshauptmann. „Und das ist sehr gut so“, antwortete dieser in launiger Stimmung.

Soziales Engagement gewürdigt
Gestiftet wurde der Vereinspreis von der Vereinsakademie OÖ und den Sponsoren in vier Kategorien: Jugend- und Nachwuchsarbeit, Veranstaltungsideen, Soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Umwelt. Aus insgesamt 130 Einreichungen wurden von einer Jury 12 Preisträger ermittelt, darunter der Verein pro homine, der einen Anerkennungspreis in der Kategorie „Soziales Engagement“ erhielt. Gewürdigt wurde besonders die Hilfe für Menschen mit Depressionen und deren Angehörige durch die begleiteten Selbsthilfegruppen in Steyr, Linz, Wels und Vöcklabruck sowie die Angebote gemeinsamer Freizeitaktivitäten, Veranstaltungen und Vorträge.

Vereinspreis OÖ als besondere Auszeichnung
Der Vereinspreis OÖ ist eine Auszeichnung für herausragende Projekte und Veranstaltungsideen. „Hauptaugenmerk lag neben der Kreativität und Innovation der Projekte auch darin, Vereine vor den Vorhang zu holen, die nicht so sehr im Rampenlicht stehen“, begründete Vereinsakademie-Obmann Mag. Günther Lengauer die Entscheidung der Jury. Landeshauptmann Stelzer hob die Wichtigkeit der vielen Vereine in Oberösterreich hervor: „Pro Woche werden fast drei Millionen ehrenamtliche Stunden erbracht. Das könnten wir von Amts wegen her weder organisieren noch bezahlen.“

Zur stimmungsvollen Preisverleihung mit musikalischer Umrahmung durch zwei Jazz-Musiker begleiteten pro homine Obmann Ewald Kreuzer auch mehrere Vorstands- und Vereinsmitglieder aus Steyr und Linz. Nach der feierlichen Übergabe wurden alle zu einem kulinarischen Imbiss im Bildungshaus St. Magdalena eingeladen.

Fotos
: Ilse Ahammer, Land OÖ/Mayrhofer

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